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10 Tipps fürs Reisen mit Kleinkindern

Mein Herz pochte, meine Hände zitterten, das Geräusch war nicht auszuhalten. Ich wusste, dass ich gefangen war. Ich konnte spüren wie die Panik einsetzte, ich begann einen Ausweg zu suchen, aber ich wusste, dass ich nicht entkommen konnte… Ich saß mit 3 kreischenden Kindern im Flugzeug fest. Mit MEINEN 3 kreischend Kindern.

 

Meine 20-Monate alten Zwillinge, mein 4-jähriger Sohn, mein Mann und ich saßen zwischen 3 Sitzplätzen einer Billigfluglinie wortwörtlich gequetscht beieinander. Und -Überraschung, Überraschung- der Flug hatte Verspätung. KEINESWEGS war es nach der Nickerchenzeit.

 

Andere Passagiere starrten mich an als ich mich (und mein Kind) hin-und herschaukelte während ich verzweifelt „SHHH“-te. Ich fragte mich, wie ich um alles in der Welt in diesen Schlamassel geraten bin? Und im Inneren sagte ich zu mir… ICH WERDE DAS HIER. NIE. WIEDER. TUN.

 

Seit diesem Horror-Trip habe ich aber einige Tricks gelernt! Hier sind meine Top-10-Tipps zum Thema „Kleinkinder-Zähmen beim Reisen“.

 

 

 

1. Timing ist alles

 

Bucht wenn möglich Flüge, die zur Schlafenszeit des Kindes passen. Es gibt nichts Schlimmeres als einen Flug, der um 1 Uhr nachts abfliegt, oder einer, der zwei Stunden abfliegt, nachdem euer Kind sein Mittagsschläfchen gehalten haben sollte. Über-Nacht-Flüge eignen sich am besten für Langstreckenflüge. Tages-Flüge für Kurzstrecken.

Schlafreize sind wichtig für Kleinkinder und helfen ihnen dabei einzuschlafen. Ein Flugzeug ist jedoch sehr störend laut, weshalb es sich empfiehlt, sich dem Schlafrhythmus des Kleinkindes, den es evtl. schon zu Hause hat, so gut es geht, beim Flug anzupassen. Zieht euren Kids die Pyjamas an, lest ihnen ihr Lieblingsbuch vor, putzt ihre Zähnchen, singt ihnen ihr Lieblingslied vor, bringt ihnen ihre Kissen oder Kuscheldecken mit und was auch immer. Hauptsache es signalisiert eurem Kind, dass es SCHLAFENSZEIT ist.

Wenn ihr mit einem Baby herumreist, könnt ihr gern mal bei COZIGO (www.cozigo.com) vorbeischauen. Dieser clevere Überzug lässt sich an die Baby-Wiege im Flugzeug anbringen und hilft eurem Baby einzuschlafen, ohne dass ihr warten müsst bis das Kabinenlicht ausgeht. Zudem eignet es sich als Überzug/Abdeckung für jeden Kinderwagen, damit euer Kind überall unterwegs einschlafen kann, was euch wiederum vor diesen „Ich-krieg-die-Krise“-Momenten bewahrt.

 

 

 

 

2. „Es braucht ein Dorf, um ein Kind zu erziehen.“

 

„Ein afrikanisches Sprichwort, was bedeutet, dass eine ganze Gemeinschaft verschiedener Menschen, die mit Kindern interagieren, damit ein Kind in einer sicheren Umgebung erfahren und wachsen kann. Die Dorfbewohner würden nach den Kindern Ausschau halten.“ (Wikipedia)

Freundet euch mit den Menschen um euch herum an, redet mit Passagieren, Sitznachbarn und Flugbegleitern. Stellt euch und euer Kind vor. Manieren und eine freundliche Art und Weise tragen dazu bei, dass ihr Hilfe und Sympathiepunkte bei den Mitreisenden bekommt, auch wenn euer Kind mal wieder einen Rundgang macht. Einige Eltern schreiben kleine Notizzettelchen und teilen Ohrstöpsel aus. Ich denke ein Lächeln und ein Hallo sind ebenso wirksam.

 

 

 

3. Überraschung! Du bist brav!

 

Packt einen besonderen „Plane Bag“. Zeigt eurem Kind diesen Beutel voller wunderbarer Sachen für paar Tage vor eurem Abflug, um Spannung aufzubauen. Füllt diese Beutel mit allen Lieblingssachen eures Kindes.

Ich handhabe es oft so, dass ich in einen lokalen 1€-Shop gehe und 10 bis 15 kleine Gegenstände für jedes Kind kaufe. Dann packe ich diese ein. Das kann alles sein: von MatchBox-Autos bis hin zu Knete, Wachsmalstifte, Fingerpuppen…einfach alles! Das Kind darf sich dann jeweils einen Gegenstand aussuchen, wenn es sich gut benommen hat. Zum Beispiel darf es sich eine Sache aus dem Beutel nehmen, wenn es still und angeschnallt kurz vor dem Abflug sitzen bleibt. Oder es bekommt gleich zwei Geschenken, wenn es sich ruhig einen Film anschaut bis das Essen kommt.

Belohnung zählt während des Flugs wohl zu den besten Erziehungsmaßnahmen, alles andere zieht nicht.

Falls ihr nicht wisst, wie ihr euren „Plane Bag“ zusammenstellen sollt, könnt ihr mal bei „Very Busy Bag“ vorbeischauen (www.verybusybag.com).

 

 

 

4. Zuerst zählt der Komfort

 

Kinder dazu zu bringen, es sich während des Flugs gemütlich zu machen, kann ziemlich herausfordernd sein.

Meine Kids fanden Flugzeugsitze schon immer unbequem und mich hat es genervt, wie meine Kinder letztens Endes auf mir lagen. Deshalb wurde Plane Pal erfunden. Eine aufblasbare Sitzerweiterung. Plane Pal ermöglicht eurem Kind sich voll zu strecken, sich auszuruhen oder zu spielen, und all das während es noch sicher am Sitz angeschnallt ist. (www.planepal.de) Denkt dran euren Kids weiche, gemütliche Kleidung anzuziehen, die man leicht wechseln kann. Meidet bestenfalls Reißverschlüsse und Schnallen. Bringt immer ein oder zwei Ersatzkleidungsstücke mit!

 

 

 

5. Technologie ist dein Freund

 

Wenn es ums Reisen geht, ist Technologie euer Freund. Ergreift es als willkommenes Hilfsmittel. Am besten begrenzt ihr die Bildschirmzeit vor der Reise und ladet neue Spielen und Filme auf die Endgeräte. Somit ist die die maximale Wirksamkeit sicher.

Denkt dran die Ladegeräte mitzunehmen, viele Flugzeuge haben bereits USB-Ladebuchsen an den Sitzen.

 

 

 

6. Flüssigkeit einnehmen und aufs Klo gehn!

 

Kinder können während des Flugs sehr dehydrieren. Bietet ihnen deshalb regelmäßig Getränke an, am besten bringt ihr eine eigene Trinkflasche mit, damit nichts ausgeschüttet werden kann. Und denkt dran, dass diese Trinkflasche leer sein muss, damit sie durch den Sicherheitscheck kommt. Wenn euer 4-jähriges Kind andererseits „Pipi muss“, muss es wohl wirklich dringend! Erwartet lange Warteschlangen vor dem Klo und bringt euer Kind regelmäßig zum Töpfchen, noch bevor es fragt. Auch wenn es sich ggf. nicht danach fühlt.

Für jüngere Kinder sind Pull-Up-Windeln eine gute Option. JUST IN CASE!

 

 

 

7. SNACKS, SNACKS, SNACKS…und noch mehr SNACKS

 

Achtet allerdings darauf, dass ihr Früchte oder andere nicht erlaubte Lebensmittel entsorgt, bevor ihr das Flugzeug verlasst. Viele Länder verhängen strenge Bußgelder auf das Mitbringen von verbotenen Lebensmitteln. Sogar wenn man es aus Versehen tut. Also vergewissert euch lieber ein zweites Mal! Eine Orangenscheibe in der Lunchbox könnte euch beispielsweise 400$ USD kosten.

 

 

 

8. Nehmt keine Krankheitserreger mit

 

Desinfektionsmittel für die Hände und Desinfektionstücher sind ein MUSS. Ich empfehle euch damit die Sitze, Armlehnen und Klapptische abzuwischen. Tests haben ergeben, dass sich auf diesen Oberflächen ekelerregendenBakterien tummeln! Ich ziehe meinen Kindern die Schuhe so schnell wie möglich aus, sobald wir einsteigen. Ich packe immer 2 Paar Socken ein, um sicherzustellen, dass sie vor Krankheitserregern auf dem Flugzeugboden geschützt sind, vor allem in der Klokabine. Falls Krankheitserreger echte Bedenken für eure Familie auslösen könnten, dann schaut mal bei www.seatsitters.com vorbei.

 

 

 

9. Kennt die Regeln

 

Checkt bei eurer Airline die Regelungen bezüglich des Reisens mit Kindern ab. Müsst ihr fürs Reisen eine Geburtsurkunde eures Kindes mitnehmen?

Was wird benötigt, wenn ohne die Eltern gereist wird? Welche Visas werden benötigt? Es gibt nichts Schlimmeres als den Urlaub eures Lebens geplant zu haben und letztendlich beim Check-In abgelehnt zu werden!

 

 

 

10. Erkundigt euch darüber, wo ihr Hilfe findet

 

Ein wenig Recherchearbeit vorab erspart so einige Übel. Macht euch also frühzeitig einen Plan. Sprecht mit eurem Hausarzt über mögliche Problemaspekte und eventuelle Impfungen für euch selbst und das Kind, die euer Urlaubsziel betreffen. Vergewissert euch, dass ihr eine gültige Auslandskrankenversicherung für euer Kind habt und erkundigt euch über mögliche Ansprechpersonen, falls medizinische Hilfe benötigt werden sollte. Es mag übertrieben klingen… bis man es aber tatsächlich in solch eine Lage kommt.

Es ist außerdem ratsam die Reise- und Sicherheitshinweise des Auswärtigen Amtes für das Reiseziel nachzulesen. (https://www.auswaertiges-amt.de/de/ReiseUndSicherheit)

 

 

 

11. Und noch ein Extra-Tipp… AUSATMEN

 

Denkt dran, dass das Reisen Spaß machen soll. Lasst euch vom Stress nicht die Laune vermiesen. Ich garantiere euch: Selbst wenn der Flug ein komplettes Disaster ist, werdet ihr schon bald darüber lachen können.